Kultur - Spiegel
Buchtipp Dezember 2007

Der gefrorene Mann

Joseba Sarrionandia
(Übersetzung von Petra Elser & Raul Zelik)

In seltenen Fällen weiß man beim Rezensieren nicht, wer spannender ist: das Buch oder sein Autor. Joseba Sarrionandias "Der gefrorene Mann" ist so ein Roman. Der Autor, 1958 im Baskenland geboren, war für die Eta aktiv und lebt seit 1985 im Untergrund. Fünf Jahre saß er im Gefängnis, dann gelang ihm die Flucht. Seine Spur verliert sich in Algerien. 2001 jedoch erschien sein Roman, für den er mit dem Preis der spanischen Literaturkritik ausgezeichnet wurde und der jetzt auf Deutsch vorliegt. Er handelt von dem Basken Goio, der unter falschem Namen als Krankenpfleger in Nicaragua lebt und plötzlich sein Gedächtnis verliert. Wie gefroren sitzt er da, in seinem Kopf berichtet eine Stimme von einer Reise in die Antarktis. Seine Freundin Maribel, die ebenfalls illegal in Managua lebt, versucht, ihn durch die Begegnung mit einem Jugendfreund zu heilen. So handelt das Buch auch von einer Kindheit in den Siebzigern, vor allem aber von der Frage, was Illegalität für die Identität eines Menschen bedeutet.

SILJA UKENA

 

Seite teilen

 

 

Design zersetzer. freie grafik / Berlin

Programmierung, Umsetzung G@HServices Berlin V.V.S.

Kopfbild Freddy Sanchez Caballero / Kolumbien