Der emeritierte Professor für Politik Joachim Hirsch (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt) schreibt im Online-Magazin Linksnet über Nach dem Kapitalismus: "Aus der einschlägigen Literatur ragt Zeliks Buch dadurch heraus, dass hier der Vesuch unternommen wird, der Komplexität und Widersprüchlichkeit der Verhältnisse gerecht zu werden."
Essay | ISBN : 978-3-89965-449-3 | 144 Seiten | Mai 2011 | 12.80 € | lieferbar | VSA: Verlag
Dass die Krise der vergangenen Jahre nicht allein mit der Finanzwelt zu tun hat, ist zumindest in der Linken ein Gemeinplatz. Nicht nur der neoliberale Finanzkapitalismus, sondern auch die Politikform "bürgerliche Demokratie", die herrschenden Entwicklungs- und Konsummuster und das auf Erdöl beruhende Energiemodell stehen heute in Frage. Linke Kritik kann diese Systemkrise zwar beschreiben, liefert aber bislang wenig Vorschläge, wie sich ein emanzipatorisches Gegenprojekt entwickeln könnte.
Caracas, unweit der U-Bahnstation California. Hier im Osten der venezolanischen Hauptstadt treffen Miami und Lagos, Apartmentsiedlungen und Armenviertel aufeinander. Oberhalb der der vom Verkehrkollaps gebeutelten Avenida Francisco de Miranda stehen verschachtelte Ziegelbauten, unterhalb mit Elektrozäunen gesicherte Apartmenthochhäuser. Dazwischen liegt eine unscheinbare, drei Hektar große Brachfläche. Zwischen Schilfgestrüpp und einigen Bäumen steht ein altes Haus, das früher einmal als Wirtschaftsgebäude einer Finca gedient haben muss. Schon vor Jahrzehnten ist die Stadt am Gelände vorbei gewachsen. Über dem baufälligen Dach weht eine rote Fahne.
Journalisten und Akademiker haben den neueren Protestbewegungen wie der spanischen 15M oder der US-amerikanischen Occupy-Bewegung in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, sie agiere naiv und unpolitisch. Auch wenn der Spott fehl am Platz ist, weil die meisten Medien auf eine politischere Haltung der Protestierenden noch ablehnender reagieren würden, ist der Einwand nicht ganz von der Hand zu weisen: Das theoretische Wissen früherer Bewegungen scheint verschüttet zu sein – was die Entwicklung von Alternativen erschwert.
Meine Tochter fängt zu schreien an, und frage ich mich, was das bedeutet. Bei Deleuze / Guattari heißt es ja, dass so etwas gar nichts bedeutet, weil etwas ist, was es ist. – Wenn ich D&G richtig verstanden habe.
Meine Tochter schreit weiter, und ich denke, dass meine Freundin das auch sagt: dass ein Gefühl ist, was es ist. Sie behauptet außerdem, dass man keine 500 Seiten braucht, um darauf zu kommen. Jähzorn hat sie neulich gesagt, seien ungefilterte Gefühle, aber ungefilterte Gefühle von was, habe ich mich gefragt.

Es scheint, als würde das in den Globalisierungsdiskursen der 1990er Jahre so häufig beschworene „globale Dorf“ doch noch Wirklichkeit werden. Die Fernsehberichte aus Griechenland, Italien, Ägypten oder Chile sahen sich in den vergangenen Monaten zum Verwechseln ähnlich: aufgebrachte Jugendliche liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei, die Staatsmacht geht mit enthemmter Gewalt gegen eine bislang als unpolitisch geltende Generation vor.
Die Ereignisse von Madrid und Barcelona hören nicht auf zu überraschen. Ausgerechnet jene spanische Gesellschaft, die nach der Transición, der zwischen Frankisten, Könighaus und Linksparteien ausgehandelten Modernisierung Ende der 1970er Jahre, eine so rasante Entpolitisierung erlebte, bringt heute neue Formen politischer Bewegung hervor.
Domenical del periódico GARA // Sonntagsbeilage der Tageszeitung GARA (Junio 2011).
Entrevista con el teórico y activista madrileño César Rendueles sobre el movimiento 15M / Democracia Real Ya.
Interview mit dem Madrider Theoretiker und Aktivisten César Rendueles über die Bewegung 15M / Echte Demokratie Jetzt.
Der österreichische Publizist Robert Misik rezensiert im Wiener Stadtmagazin "Falter" das Essaybuch "Nach dem Kapitalismus. Perspektiven der Emanzipation oder das Projekt Communismus anders denken" (VSA-Verlag). Seine Einschätzung: "Radikalismus auf der Höhe der Zeit".

Anfang Juni 2011 luden das Literaturforum des Berthold-Brecht-Hauses in Berlin und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Wolfgang Engler, Gregor Gysi und Sylvia Fehrmann ein, um über Raul Zeliks Essay "Nach dem Kapitalismus" zu diskutieren.

Auch zwölf Jahre nach dem Amtsantritt von Präsident Hugo Chávez fällt eine Bewertung der „bolivarianischen Revolution“ alles andere als leicht. Im November war im venezolanischen Staatsfernsehen ein Auftritt des Präsidenten zu sehen, der die widersprüchliche Lage gut illustriert.

Wenn von der Sozial- und Wirtschaftspolitik der Regierung Chávez die Rede ist, bringen Kritiker/innen gewöhnlich sofort zwei Argumente ins Spiel: Erstens sei es kein Kunststück, mit hohen Öleinnahmen Sozialprogramme zu finanzieren, zweitens verschärfe die Staatszentriertheit der Wirtschaftspolitik die alten Strukturprobleme Venezuelas nur weiter.
Im Suhrkamp-Verlag ist eine vom 1998 verstorbenen Kulturwissenschaftler Jean-Michel Palmier verfasste Benjamin-Biografie erschienen. Ein Monumentalwerk, das es erlaubt, Walter Benjamin zu entmystifizieren und theoretisch einzuordnen.
Medellín, die «Stadt des ewigen Frühlings», ist wegen ihres Klimas, vor allem aber für ihre Drogen-Kartelle weltberühmt: 2000 Morde im Jahr gehen auf deren Rechnung. Wie lässt sich da noch ein normales Leben führen?
Sachbuch | ISBN : 978-3-936738-62-9 | 208 Seiten | Oktober 2009 | 14,90 € | lieferbar | Blumenbar-Verlag
Ob Klimawandel, industrielle Überkapazitäten, Arbeitslosigkeit oder Verteilung des Reichtums – der »freie Markt« scheint grundlegende soziale und wirtschaftliche Probleme nicht lösen zu können. Doch ist eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus überhaupt noch vorstellbar? Raul Zelik und Elmar Altvater liefern in ihrem Gespräch eine radikal-kritische Analyse der Gegenwart. Ihr gemeinsamer Versuch, ein utopisches Gesellschaftsmodell zu entwickeln, geht von einem Ökonomiebegriff aus, der das ökologische und soziale Gemeinwohl einbezieht und auf Vernunft gegründet ist.

Raul Zelik, Schriftsteller und Professor für Politik an der Nationaluniversität Kolumbien
(Foto: DeBug)
"Zelik hat ein optimistisches Buch geschrieben. Er denkt zwei, drei Schritte über die bloß notwendigsten Reformen hinaus, ohne gleich realitätsvergessen ins Wolkenkuckucksheim abzudriften. Ein Radikalismus, der auf der Höhe der Zeit ist." Robert Misik, Falter
"... ein Plädoyer für die Wiederentdeckung des Gemeinschaftlichen – verstanden als radikale Demokratisierung und Emanzipation." WDR, Politikum
"Ein spannendes und zugleich - im besten Sinne - engagiertes Buch...Die Literatur der deutschen Gegenwart ist nicht allzu reich an solchen mehrsprachigen Zwischengängern..." FAZ
"... eine ganz und gar brillante Einzelstudie mit hohem Generalisierbarkeitsfaktor..." Thomas Wörtche, Titel Magazin
"Zeliks Studie über das unglückliche Karibikland verdichtet sich letztlich zur Skizze eines postmodernen Imperialismus...." WDR 3 / SWR 2
"... Zelik widerlegt am Beispiel Kolumbiens eindrücklich Münklers Thesen über Neue Kriege..." Lateinamerikanachrichten
"...nicht nur für den deutschen Sprachraum, sondern auch international ein Standardwerk ...." Südwind
Design zersetzer. freie grafik / Berlin
Programmierung, Umsetzung G@HServices Berlin V.V.S.
Kopfbild Freddy Sanchez Caballero / Kolumbien